Klimaschutz im Sozialsektor: Warum Caritas bis 2030 klimaneutral werden will – und was fehlt
Anna HuberKlimaschutz im Sozialsektor: Warum Caritas bis 2030 klimaneutral werden will – und was fehlt
3. Kölner Klimaforum unterstreicht dringenden Handlungsbedarf im sozialen Immobiliensektor
Das 3. Kölner Klimaforum hat die dringende Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen im Bereich sozialer Immobilien hervorgehoben. Wohlfahrtsverbände wie der Caritasverband fordern stärkere politische Unterstützung, um die Klimaziele zu erreichen. Ihr Ziel ist klar: Bis 2030 sollen alle Einrichtungen klimaneutral sein.
Auf der Veranstaltung lobte Eva Maria Welskop-Deffaa, Vorsitzende von Caritas Deutschland, Papst Franziskus für seinen Einfluss auf das Pariser Klimaabkommen. Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung einer gerechten CO₂-Bepreisung, die einkommensschwache Haushalte vor steigenden Kosten schützt.
Der Caritasverband besitzt einen Teil der rund 100.000 Gebäude im deutschen Sozialsektor, von denen viele erhebliche CO₂-Emissionen verursachen. Zwar liegen keine genauen Zahlen vor, doch Einzelbeispiele wie das Caritas-Altenzentrum St. Martha in Speyer (128 Pflegeplätze) oder das Caritas-Seniorenzentrum St. Otto in Hof (110 Plätze) zeigen die Dimensionen. Allein in Unterfranken versorgen 17 Caritas-Einrichtungen über 1.600 ältere Menschen.
Doch der Umstieg auf erneuerbare Energien scheitert oft an politischen Hürden. Aktuelle Gesetze verhindern, dass soziale Einrichtungen in Technologien wie Photovoltaik investieren – selbst wenn Fördermittel verfügbar sind. Caritas fordert daher Änderungen in den Sozialgesetzbüchern, um diese Barrieren abzubauen.
Ab 2027 führt die EU eine CO₂-Bepreisung für Gebäude und Verkehr ein. Ohne Anpassungen drohen benachteiligten Gruppen höhere Belastungen, warnt Caritas. Das Forum betonte, dass der Erfolg von der Zusammenarbeit abhängt – von der EU-Politik in Brüssel bis hin zu den Kommunalverwaltungen.
Welskop-Deffaa machte deutlich: Klimapolitik muss inklusiv sein. Ohne faire Preise und rechtliche Unterstützung könnte die Energiewende sozial Schwache zurücklassen.
Caritas hat sich selbst das Ziel gesetzt, bis 2030 klimaneutral zu sein. Dafür sind jedoch Rechtsreformen und finanzielle Hilfen unverzichtbar. Die Debatten des Forums zeigen wachsenden Druck auf die Politik, Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit zu verknüpfen – damit niemand im Wandel zur Nachhaltigkeit abgehängt wird.






