12 March 2026, 18:04

Kunstakademie Düsseldorf: Rücktrittsforderungen gegen Rektorin Fioretti eskalieren

Ein Gemälde eines Mannes in einem roten Gewand, der auf einem Stuhl sitzt, der als Sir John Langdon, Gründer der Royal Academy of Arts, identifiziert wird, mit einem ernsten und nachdenklichen Gesichtsausdruck, die Hände ruhen auf dem Schoß, in einem Foto Rahmen.

Kunstakademie Düsseldorf: Rücktrittsforderungen gegen Rektorin Fioretti eskalieren

Die Rektorin der Kunstakademie Düsseldorf, Donatella Fioretti, steht unter wachsendem Druck, von ihrem Amt zurückzutreten. Eine Petition mit über 700 Unterschriften fordert ihren Rücktritt – ausgelöst durch eine hitzige Debatte um eine Veranstaltung mit der palästinensischen Künstlerin Basma al-Sharif. Kritiker werfen der Akademie vor, Antisemitismus zu ermöglichen, während Befürworter die künstlerische Freiheit verteidigen.

Der Streit begann im Januar 2026, als die Akademie eine Veranstaltung mit Basma al-Sharif ausrichtete. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zugang auf ein geschlossenes Publikum beschränkt. Zionistische Gruppen und jüdische Wissenschaftler verurteilten die Einladung als antisemitisch und lösten damit Drohungen und Medienkampagnen aus, die schließlich zu Teillösungen wie dem Ausschluss der Öffentlichkeit führten.

Fioretti lehnt einen Rücktritt ab und betont, die Akademie müsse die Meinungs- und Kunstfreiheit wahren. Sie vergleicht die Situation mit jüngsten Kontroversen bei der Berlinale und dem Deutschen Buchpreis, wo ähnliche Spannungen zwischen politischer und künstlerischer Inhalte auftraten.

Als Reaktion auf die Kritik führte die Akademie ein neues Beratungssystem ein, das sich mit Diskriminierung befasst – darunter Antisemitismus und antipalästinensischer Rassismus. Doch die von Düsseldorfs Oberbürgermeister Stephan Keller (CDU), Oded Horowitz und Wolfgang Rolshoven initiierte Petition fordert konsequentere Maßnahmen. Die Unterzeichner bestehen auf ein sicheres Umfeld für alle Studierenden und eine klare Haltung gegen rassistische oder antisemitische Positionen.

Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen künstlerischer Freiheit und Antisemitismusvorwürfen in deutschen Institutionen. Fioretti bleibt vorerst im Amt, doch die Petition und die öffentliche Kritik zeigen: Die Debatte ist noch lange nicht beendet. Die neuen Beratungsmaßnahmen der Akademie werden nun auf den Prüfstand gestellt – während die Auseinandersetzungen weitergehen.

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