14 March 2026, 12:04

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Berlin, hält Schilder und Banner hoch und einige fahren Fahrräder, vor einem Gebäude mit Bögen, Säulen, Skulpturen und Bäumen.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Maria Kolesnikowa, eine führende Persönlichkeit der belarussischen Oppositionsbewegung, hat nun den Internationalen Karlspreis erhalten, der ihr bereits 2022 verliehen wurde. Die Auszeichnung würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" im Kampf für Demokratie und freie Wahlen – während sie selbst noch in Haft saß. Ihre Freilassung im Dezember 2025 ermöglichte es ihr, am vergangenen Wochenende an der feierlichen Verleihung im Aachen Krönungssaal teilzunehmen.

Der seit 1950 jährlich verliehene Karlspreis ehrt Persönlichkeiten, die sich für die Einheit und die Werte Europas einsetzen. Kolesnikowa wurde 2022 zur Preisträgerin ernannt, während sie noch eine elfjährige Haftstrafe in einer belarussischen Strafkolonie verbüßte. Die Auszeichnung galt als kraftvolles Zeichen der Solidarität mit ihrem Widerstand gegen das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko.

Kolesnikowa hatte 2020 ein Exil-Angebot abgelehnt und sich stattdessen bewusst für die Inhaftierung unter Lukaschenkos Herrschaft entschieden. Ihre Verurteilung erfolgte nach Massenprotesten gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos, deren gewaltsame Niederschlagung seine Macht mit Rückendeckung des russischen Präsidenten Wladimir Putin festigte.

Am 13. Dezember 2025 ließ Lukaschenkos Regime Kolesnikowa zusammen mit 122 weiteren politischen Gefangenen frei. Der Schritt folgte Bemühungen, die Abhängigkeit Belarus' von Russland zu verringern und westliche Sanktionen zu lockern. Seit ihrer Entlassung hat Deutschland ihr politisches Asyl gewährt.

Bei der Verleihung am Samstag bezeichnete Armin Laschet, Vorsitzender des Karlspreis-Direktoriums, ihre Anwesenheit als "starkes Signal für Demokratieaktivisten in ganz Europa". Dennoch berichten UN-Experten trotz der Freilassungen von anhaltender Repression in Belarus, darunter erzwungene Exile und Forderungen nach der Freilassung aller verbleibenden politischen Gefangenen.

Kolesnikowa lebt mittlerweile in Deutschland, nach Jahren der Haft für ihren Widerstand gegen Lukaschenko. Die Protestbewegung von 2020, die einst seine Herrschaft herausforderte, ist inzwischen verebbt – seit den Gefangenenfreilassungen gab es keine größeren Unruhen mehr. Lukaschenko hingegen setzt seine diplomatischen Annäherungsversuche an die USA, China und die UN fort, während die Unterdrückung im eigenen Land weitergeht.

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