Migrationsberatung in der Krise: Aktionstag zeigt Finanzlücken und Erfolge auf
Lea HartmannMigrationsberatung in der Krise: Aktionstag zeigt Finanzlücken und Erfolge auf
Bundesweiter Aktionstag zur Migrationsberatung am 1. Oktober
In Hamm trafen sich lokale Organisationen und Politiker:innen am 1. Oktober zu einem bundesweiten Aktionstag der Migrationsberatung, um über die Zukunft der Unterstützungsangebote für neu Zugewanderte zu diskutieren. Die Veranstaltung zeigte sowohl Erfolge als auch wachsende finanzielle Belastungen auf, denen diese wichtigen Programme ausgesetzt sind.
Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO) richteten die Diskussion im DRK-Heim in Bockum-Hövel aus. Ziel war es, die eigenen Leistungen vorzustellen, zugleich aber auf jüngste Kürzungen aufgrund von Finanzierungsengpässen hinzuweisen. Angebote wie Kommunikationstrainings oder Kurse zur sozialen Kompetenz wurden bereits eingestellt.
Anwesend waren Vertreter:innen aus Kommunal- und Bundespolitik, darunter der Bundestagsabgeordnete Michael Thews (SPD). Er räumte zwar ein, dass die Bundesregierung weiterhin Mittel bereitstelle, warnte jedoch: Ohne Aufstockung würden steigende Kosten die Unterstützung faktisch verringern. Zwar seien die Mittel für Jugendmigrationsdienste seit 2020 durch Initiativen wie "Integration durch Bildung" und das Programm "Demokratie leben!" gewachsen – doch die aktuellen Haushalte könnten mit Inflation und Tarifabschlüssen nicht Schritt halten.
Während der Veranstaltung berichteten Berater:innen von gelungenen Integrationsgeschichten und veranschaulichten so die Wirkung ihrer Arbeit. Gleichzeitig betonte der Aktionstag die Dringlichkeit verlässlicher, langfristiger Finanzierung, um Planungssicherheit für diese unverzichtbaren Dienstleistungen zu gewährleisten.
Die Veranstaltung in Hamm machte deutlich: Die Zukunft der Migrationsberatung ist ungewiss. Zwar fließen weiterhin Bundesmittel, doch stagnierende Budgets gefährden die Stabilität von Programmen, die Neuankömmlingen den Einstieg erleichtern. Organisationen wie DRK und AWO setzen sich weiterhin für Lösungen ein, um ihre Arbeit aufrechterhalten zu können.






