NRW führt strenges Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein
Lea HartmannNRW führt strenges Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein
Nordrhein-Westfalen veröffentlicht neue Richtlinien zur ökologischen Bewertung von Freiflächen-Solarparks
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalens hat neue Leitlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Freiflächen-Solaranlagen vorgelegt. Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz hat die Regeln erarbeitet, um Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Bundesland zu vereinheitlichen. Der Schritt erfolgt im Rahmen der Bestrebungen des Landes, seine Solarkapazitäten in den kommenden Jahrzehnten deutlich auszubauen.
Die Richtlinien führen ein Punktesystem von null bis fünf ein, mit dem verschiedene Bereiche einer Solaranlage bewertet werden. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten die Note null und erfordern einen vollständigen ökologischen Ausgleich. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – entsprechend der Einstufung für Flächen direkt unter den Solarmodulen.
Um die ökologische Verträglichkeit zu verbessern, empfiehlt die Behörde spezifische Gestaltungsvorgaben. Dazu gehören Reihenabstände von mindestens fünf Metern, eine Mindesthöhe der Modultische von 0,8 Metern sowie eine fundamentfreie Bauweise. Die Bewertung der Flächen zwischen den Modulreihen variiert je nach angestrebtem Lebensraum und kann die Gesamtökobilanz beeinflussen.
Das Land strebt an, seine Photovoltaik-Leistung bis 2030 auf 21 bis 27 Gigawatt und bis 2040 auf 50 Gigawatt zu steigern – wobei Freiflächenanlagen eine zentrale Rolle spielen. Allerdings übt der Landesarbeitskreis Erneuerbare Energien NRW Kritik an den neuen Vorgaben. Der Verband hinterfragt die wissenschaftliche Grundlage der Punktvergabe und hält die Bewertung für Flächen unter und zwischen den Modulen für zu niedrig angesetzt.
Die Richtlinien schaffen verbindliche Kriterien für die Bewertung von Solarparks in Nordrhein-Westfalen. Projektentwickler müssen bei der Planung von Ausgleichsmaßnahmen nun standardisierte Regeln einhalten. Während das Land den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreibt, gibt es aus der Branche Vorbehalte gegen das neue ökologische Bewertungssystem.






