Polizei Recklinghausen setzt auf historische Aufarbeitung für Nachwuchskräfte
Lea HartmannPolizei Recklinghausen setzt auf historische Aufarbeitung für Nachwuchskräfte
Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen besuchte kürzlich mit neu versetzten Beamtinnen und Beamten sowie Verwaltungsmitarbeitenden der Kreispolizeibehörde Recklinghausen die Ausstellung „Geschichte – Gewalt – Gewissen“ in der Villa ten Hompel in Münster. Der jährliche Besuch soll das Bewusstsein für die historische Rolle der Polizei während der NS-Verbrechen im Zweiten Weltkrieg vertiefen.
Die Ausstellung thematisiert die Verstrickung der Ordnungspolizei in Kriegsverbrechen, darunter den Völkermord an Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma. Gleichzeitig wird aufgezeigt, wie die Behörde sich seitdem mit diesem Erbe auseinandersetzt. Die Kreispolizeibehörde Recklinghausen steht in direktem Bezug zu diesen Ereignissen: Ein Bataillon der Einrichtung war an den Gräueltaten beteiligt.
Zurhausen betonte die Bedeutung des Besuchs als Instrument zur Stärkung der verfassungsmäßigen Werte bei den Nachwuchskräften. Sie rief die Beamtinnen und Beamten dazu auf, wachsam gegenüber Bedrohungen für den demokratischen Rechtsstaat zu bleiben. Die Auseinandersetzung mit der Ausstellung regt zudem zur Reflexion über das eigene ethische Urteilsvermögen an – eine Grundvoraussetzung, um die Prinzipien des Grundgesetzes im Berufsalltag zu wahren.
Für die Anwärterinnen und Anwärter markiert der Besuch den Auftakt für kontinuierliche Diskussionen über ihre professionelle Verantwortung. Der durch die Ausstellung angestoßene Dialog soll ihr polizeiliches Handeln von Beginn an prägen.
Die jährliche Fahrt in die Villa ten Hompel bleibt fester Bestandteil der Ausbildung neuer Polizeikräfte. Sie schafft Bewusstsein für die historische Dimension des Amts und festigt gleichzeitig das Bekenntnis zu demokratischen Werten. Die Initiative ist ein verbindlicher Schritt, um die Nachwuchskräfte auf ihre künftigen Aufgaben vorzubereiten.






