Revolutionäre Verpackungen: Wie Recycling und Biokunststoffe die Industrie verändern
Anna HuberRevolutionäre Verpackungen: Wie Recycling und Biokunststoffe die Industrie verändern
Mehrere große Unternehmen haben neue Verpackungslösungen aus recycelten und biokreislauffähigen Materialien vorgestellt. Diese Innovationen zielen darauf ab, CO₂-Emissionen zu reduzieren, ohne dabei die Leistung zu beeinträchtigen. Die jüngsten Entwicklungen kommen zu einer Zeit, in der Marken vermehrt nachhaltige Alternativen zu herkömmlichen Kunststoffen suchen.
Elopak, Orkla Home and Personal Care und Dow haben eine Kartonserie auf den Markt gebracht, die recyceltes Polyethylen mit biokreislauffähigen Polymeren kombiniert. Die neue Linie nutzt CirculenRenew, einen direkt einsetzbaren Werkstoff, der die CO₂-Emissionen senkt und den CO₂-Fußabdruck des Produkts im Vergleich zu erdölbasierten Varianten um bis zu 44 % verringert.
Unterdessen hat INEOS Olefins & Polymers in seinem Werk in Lavera, Frankreich, mit der Verarbeitung von Pyrolyseöl begonnen. Die Anlage stellt nun recycelte Polymere aus diesem Rohstoff her – ein wichtiger Schritt zur Skalierung des chemischen Recyclings.
Auch Henkel und LyondellBasell haben zusammengearbeitet, um den Kunststoffkäfig für Henkels WC-Frisch-/Bref-Toilettenrandsteine neu zu gestalten. Ihre Lösung vereint 30 % mechanisch recycelten Kunststoff mit 70 % biokreislauffähigen Rohstoffen, die aus dem CirculenRenew-Portfolio von LyondellBasell stammen. Dieses setzt auf einen Massenbilanzansatz und bezieht Rohstoffe aus Abfällen wie pflanzlichen Ölresten. Beide Unternehmen werden ihre Arbeit auf der K 2025 in Düsseldorf vom 8. bis 15. Oktober präsentieren.
Diese Projekte sind Teil eines größeren Trends. Seit 2023 haben Unternehmen wie Nestlé, Unilever, Danone und verschiedene europäische Verpackungshersteller ähnliche Initiativen für Verpackungen mit hohem Recyclinganteil oder biokreislauffähigen Materialien angekündigt. Allerdings gibt es keine öffentlichen Aufzeichnungen darüber, wie viele dieser Lösungen vollständig alle EU-Standards für Lebensmittel-, Pharma- und Sensitivverpackungen erfüllen.
Die neuen Materialien bieten geringere Emissionen und eine reduzierte Abhängigkeit von erdölbasierten Kunststoffen. Unternehmen testen und skalieren diese Lösungen nun in verschiedenen Produktlinien. Der Wandel spiegelt die wachsenden Branchenbemühungen wider, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und gleichzeitig regulatorische Anforderungen zu erfüllen.






