"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche jetzt Sekten-Zentren stürmen
Anna Schmitt"Scientology-Speedrun": Warum Jugendliche jetzt Sekten-Zentren stürmen
„Scientology-Speedrun“: Ein TikTok-Trend erreicht Deutschland
Ein auf TikTok verbreiteter Trend namens Scientology-Speedrun hat nun auch Deutschland erreicht. Dabei stürmen vor allem junge Menschen in Scientology-Kirchen, um zu testen, wie weit sie vordringen können, bevor sie aufgehalten werden. Der erste dokumentierte Versuch dieser Art fand im Scientology-Zentrum an der Otto-Suhr-Allee im Berliner Bezirk Charlottenburg statt.
Auslöser des Trends war ein Aufruf der Berliner Bloggerin @larahertha, die zu einem solchen „Speedrun“ in der Charlottenburger Kirche aufrief. Als sie selbst dort eintraf, erwartete sie bereits die Polizei. In den Kommentaren zu ihrem Beitrag wurde später vorgeschlagen, als nächstes den Bundestag ins Visier zu nehmen.
Der Trend hat als Form des Aktivismus an Fahrt aufgenommen – nicht zuletzt wegen der langjährigen Kontroversen um Scientology. Die Organisation, die ihre Lehren verbreiten und den „Clear“ (ihre Bezeichnung für einen „vollendeten Menschen“) erschaffen will, steht seit Jahrzehnten in der Kritik. In Reaktion auf ähnliche Vorfälle in den USA haben einige Niederlassungen bereits Türklinken entfernt und die Sicherheit erhöht.
In Deutschland kann das widerrechtliche Betreten von Scientology-Gebäuden mit Geldstrafen oder sogar bis zu einem Jahr Haft bestraft werden. Trotzdem breitet sich der Trend weiter aus. Laut aktuellen Zahlen zählt Scientology in Deutschland im Jahr 2024 rund 3.600 Mitglieder.
Der Scientology-Speedrun ist damit in die deutsche Debatte eingezogen – eine Mischung aus Online-Challenge und realer Konfrontation. Behörden und die Organisation selbst beobachten die Entwicklung genau, doch der Trend verliert nicht an Schwung. Die rechtlichen Risiken für die Teilnehmer bleiben bestehen, doch als Form des Protests hält die Aktion weiter an.






