Siemens Mobility baut riesige Montagehalle für Regionalzüge in Duisburg
Anna HuberSiemens Mobility baut riesige Montagehalle für Regionalzüge in Duisburg
Siemens Mobility hat Pläne für den Bau einer großen neuen Montagehalle für Regionalzüge im Logport I in Duisburg bekannt gegeben. Die Anlage soll Engpässe am Standort Uerdingen beheben und ist das erste Großprojekt für die Produktion von Schienenfahrzeugen in Deutschland seit 2022. Lokale Politiker und Hafenbehörden begrüßen die Entwicklung als wichtigen Impuls für die Industrie der Region.
In den vergangenen fünf Jahren wurden in Deutschland keine neuen großen Fabriken oder Logistikzentren für den Zugbau errichtet. Siemens Mobility hatte zuletzt 2023 seinen Standort in Krefeld erweitert und eine Halle für die Lokomotivproduktion hinzugefügt, während Alstom 2022 sein Werk in Hennigsdorf für Regionalzüge ausbaute. Nun wird das neue 200.000 Quadratmeter große Gelände in Duisburg als vollständige Montagestätte dienen – und nicht nur als Lager- oder Logistikzentrum, wie Matthias Wittemer von Siemens Mobility betont.
Die Halle wird mit fünf internen Kränen, zwei 223 Meter langen Gleisen und zwei 200 Meter langen Wartungsgruben ausgestattet sein. Duisport-Chef Markus Bangen unterstrich die Bedeutung des Projekts und verglich es mit dem Niedergang der Duisburger Stahlindustrie Anfang der 2000er-Jahre, als bis 2023/24 alte Hallen abgerissen wurden. Der neue Standort wird direkt an das Schienennetz angebunden, was den Lkw-Verkehr innerhalb des Logport I reduziert und die Effizienz steigert.
Duisburgs Oberbürgermeister Sören Link bezeichnete die Investition als positiven Wandel für die Stadt. Bangen ergänzte, dass das Vorhaben echten wirtschaftlichen Mehrwert schaffen und das Ansehen der Logistikbranche stärken solle. Dennoch stehe der Hafen weiterhin vor Herausforderungen, darunter die Sanierung der veralteten Querhallen, ohne die laufenden Verpackungslogistik zu beeinträchtigen.
Die neue Montagehalle wird Siemens Mobility helfen, Kapazitätsgrenzen am Standort Uerdingen zu überwinden. Durch den direkten Gleisanschluss soll die Produktion beschleunigt und der Straßenverkehr verringert werden. Die Bauarbeiten werden parallel zum laufenden Betrieb im Duisport erfolgen, wo frühere Industrieprojekte wie Tiger & Turtle und die Mercatorinsel bei der Öffentlichkeit unterschiedlich aufgenommen wurden.