Strompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden kassieren für Verbrauch
Amelie SchmidtStrompreise in Deutschland erstmals 2024 im Minus – Kunden kassieren für Verbrauch
Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr im Minus – Kunden erhielten Geld für Verbrauch
Am Sonntag fielen die Strompreise in Deutschland erstmals in diesem Jahr unter null. Kunden mit dynamischen Tarifen wurden für Teile des Tages dafür bezahlt, dass sie Strom verbrauchten. Experten warnen, dass dieser Trend in den kommenden Monaten aufgrund anhaltender Probleme auf dem Energiemarkt neue Rekorde brechen könnte.
Der ungewöhnliche Preisverfall begann um 9 Uhr, als die Großhandelspreise unter die Nullmarke rutschten. Bis 17 Uhr blieben sie negativ und erreichten zwischen 13 und 14 Uhr mit minus 25,03 Cent pro Kilowattstunde ihren Tiefststand. Ausgelöst wurde dies durch den sogenannten „Sonnenwind-Effekt“ – eine gleichzeitig hohe Einspeisung aus Solar- und Windkraftanlagen.
Die Nettopreise für Verbraucher variierten je nach Region. In Köln sank der niedrigste Tarif am Nachmittag auf minus 8,6 Cent pro Kilowattstunde. Gleichzeitig stieg der dynamische Tarif des Anbieters Tibber zwischen 20 und 21 Uhr auf 36 Cent pro Kilowattstunde – den höchsten Wert des Tages.
Im vergangenen Jahr lagen die Großhandelspreise an 457 Stunden im Minus, ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber 2023. Merlin Lauenburg, Deutschland-Chef von Tibber, erwartet nun, dass dieser Sommer neue Negativrekorde aufstellen wird. Grund dafür ist die anhaltende Unflexibilität des Strommarkts, die extreme Preisschwankungen begünstigt.
Kunden mit dynamischen Tarifen profitierten, indem sie während der Negativpreise Geld verdienten, während sie Strom nutzten. Doch die Volatilität offenbart tiefgreifendere Herausforderungen bei der Balance von Angebot und Nachfrage. Angesichts der Prognose für ein weiteres Jahr mit häufigen Negativpreisen steht die Energiewirtschaft unter anhaltendem Anpassungsdruck.






