27 March 2026, 14:03

Warum die AfD trotz gebrochener Versprechen immer stärker wird

Wei├čer Hintergrund mit zentrierter fetter schwarzer Schrift "Sozialdemokratische Partei Deutschlands" in einem schmalen schwarzen Rahmen, in einer modernen professionellen Schriftart.

Warum die AfD trotz gebrochener Versprechen immer stärker wird

Der Aufstieg des rechtspopulistischen Lagerdenkens in Deutschland und darüber hinaus lässt viele nach Antworten suchen. Der Soziologe Aladin El-Mafaalani analysiert in seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens", warum sich Menschen von der Demokratie abwenden – und warum bloße Enthüllungen über das Scheitern rechtsextremer Kräfte sie nicht zurückgewinnen werden. Seine Studie wirft ein Licht auf den Aufstieg von Bewegungen wie der AfD oder Figuren wie Trump und skizziert zugleich mögliche Gegenstrategien.

Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich seit ihrer Gründung 2013 von einer randständigen euroskeptischen Gruppierung zu einer prägenden Kraft in der deutschen Politik gewandelt. 2017 zog sie in den Bundestag ein, verdoppelte ihren Wähleranteil bis zur Bundestagswahl 2025 – bei der Alice Weidel als Kanzlerkandidatin antrat – und festigte unter der Führung von Tino Chrupalla und Weidel bis 2026 ihre Position, besonders in den ostdeutschen Bundesländern und bei Wählern, die sich von der etablierten Politik abgewandt haben.

El-Mafaalani führt den Erfolg der AfD auf tiefgreifende gesellschaftliche Verschiebungen zurück. In seinem Buch untersucht er, wie Menschen das Vertrauen in Institutionen verlieren – in Regierungen, Gerichte, Wissenschaft und Medien – und stattdessen das entsteht, was er "Gemeinschaften des Misstrauens" nennt. Diese Gruppen, verbunden durch geteiltes Skeptis, vertrauen einander mehr als offiziellen Quellen. Digitale Medien haben diesen Prozess beschleunigt, indem sie Gleichgesinnten beispiellose Möglichkeiten zur Vernetzung und Organisation bieten.

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Populistische Strategen schüren dieses Misstrauen gezielt, so El-Mafaalani. Sobald Parteien wie die AfD an Einfluss gewinnen, kehren sich ihre Anhänger selbst dann nicht von ihnen ab, wenn diese ihre Versprechen nicht einlösen. Der Soziologe warnt: Diese Wähler erwarten keine Kompetenz – sie erwarten vielmehr eine ablehnende Haltung gegenüber der liberalen Demokratie selbst. Diese Erkenntnis stellt herkömmliche Gegenstrategien infrage. Wie Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", kürzlich fragte: Was kann man diesem Trend tatsächlich entgegensetzen?

El-Mafaalanis Arbeit zeigt, dass die Bekämpfung des Rechtspopulismus mehr erfordert als die Widerlegung falscher Behauptungen oder das Abwarten offenkundiger Misserfolge. Seine Analyse der "Gemeinschaften des Misstrauens" unterstreicht die Notwendigkeit von Strategien, die das Vertrauen in demokratische Institutionen neu aufbauen. Die anhaltende Prägungskraft der AfD hat unterdessen bereits die deutsche Politik verändert: Bis Ende 2025 passten sich Parteien wie die CDU/CSU an, statt den Rechtspopulismus pauschal abzulehnen.

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