Willich streitet über neue Geschwistergebühren für Kitas und Hortbetreuung
Amelie SchmidtWillich streitet über neue Geschwistergebühren für Kitas und Hortbetreuung
In Willich ist eine hitzige Debatte über die Kosten für Kinderbetreuung entbrannt, nachdem die CDU neue Geschwistergebühren für Kitas, Hortbetreuung und Tagespflege vorgeschlagen hat. Eltern und lokale Initiativen wehren sich gegen die Pläne und argumentieren, dass die Änderungen Familien zusätzlich belasten würden, die bereits mit Personalmangel und Schließungen von Einrichtungen zu kämpfen haben.
Im Mittelpunkt des Streits steht das angespannte Haushaltsbudget der Stadt, das die Verantwortlichen zwingt, nach neuen Einnahmequellen zu suchen. Der CDU-Vorschlag sieht eine Anpassung der Geschwisterbeiträge sowie eine Indexierung der Gebühren vor, obwohl Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Geschwisterermäßigungen nicht vollständig gestrichen werden sollen. Dennoch kritisierte die Anwohnerin Marlene Mendes den Plan scharf und bezeichnete mögliche Gebührenerhöhungen als inakzeptabel.
Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits eine 50-prozentige Geschwistergebühr für alle Kinderbetreuungsangebote. In Willich jedoch lehnt der Jugendhilfeausschuss der Elternvertretung (JAEB) den Vorschlag entschieden ab und warnt vor einer weiteren Belastung der Familien. Auch die SPD-Fraktion meldete sich zu Wort und schlug vor, stattdessen 115.000 Euro im Haushalt 2026 einzusparen, anstatt Eltern und Kinder für zusätzliche Mittel heranzuziehen.
Der Haupt- und Finanzausschuss hat die Verwaltung nun beauftragt, die Regeln für Elternbeiträge bis zum 28. April zu überprüfen und zu überarbeiten. Das Problem ist nicht neu – Willich kämpft seit Jahren mit Herausforderungen in der Kinderbetreuung, ohne dass es trotz wiederholter Klagen über Unterbesetzung und Schließungen nennenswerte Fortschritte gegeben hätte.
Die Stadt steht nun vor der schwierigen Aufgabe, den Haushaltsdruck mit der wachsenden Unzufriedenheit von Eltern und Interessenverbänden in Einklang zu bringen. Über mögliche Gebührenänderungen muss bis zum 28. April entschieden werden, doch der Widerstand bleibt groß. Das Ergebnis könnte wegweisend dafür sein, wie Willich die Finanzierung der Kinderbetreuung künftig gestaltet.






