Willich verabschiedet Haushalt 2026 – trotz 25 Millionen Defizit und Kita-Protesten
Lea HartmannWillich verabschiedet Haushalt 2026 – trotz 25 Millionen Defizit und Kita-Protesten
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in einer zügigen Sitzung von weniger als zwei Stunden Dauer verabschiedet. Die Entscheidung fiel trotz anhaltender Bedenken wegen eines Fehlbetrags von 25 Millionen Euro und einer wachsenden Abhängigkeit von Liquiditätskrediten. Eltern hatten zuvor Pläne kritisiert, die Kita-Gebühren zu erhöhen und Geschwisterrabatte abzuschaffen.
Der Haushalt wurde einstimmig angenommen, wobei sich alle Fraktionen auf fünfminütige Stellungnahmen beschränkten. Die Grünen unterstützten den Plan, wiesen jedoch auf die prekäre finanzielle Lage der Stadt hin. Die SPD hingegen befürwortete den Haushalt, forderte aber gleichzeitig strengere Ausgabenkontrollen und Kürzungen bei nicht essenziellen Posten.
Ein zentraler Streitpunkt waren die Kita-Gebühren. Der Jugendhilfeausschuss hatte sowohl die Streichung der Geschwisterermäßigungen als auch eine geplante Gebührenerhöhung abgelehnt. Dennoch hielt der Rat an der Abschaffung der Rabatte fest und erhöhte die jährliche Gebührenanpassung von zwei auf drei Prozent. Eltern in Willich hatten gegen diese Änderungen bereits Protest erhoben.
Die SPD begrüßte zwar die Übernahme der Bauturbo-Strategie zur Beschleunigung von bezahlbarem Wohnraum, kritisierte jedoch die Streichung der kostenlosen Deutschlandtickets für anspruchsberechtigte Studierende. Zu ihren Sparvorschlägen zählten Kürzungen bei Innenraumbepflanzung, bestimmten Nachhaltigkeitsprogrammen und Mietzuschüssen.
Trotz der Verabschiedung des Haushalts bleibt ein Defizit von 25 Millionen Euro bestehen. Die Stadt räumte ein, dass Liquiditätskredite weiterhin eine zentrale Rolle bei der Finanzierung spielen werden. Der neue Haushalt tritt im Juli rechtlich in Kraft.
Der Haushalt 2026 ist damit auf den Weg gebracht, doch die finanziellen Herausforderungen bleiben. Die Kita-Gebühren steigen, die Geschwisterrabatte bleiben gestrichen, und die Schuldenlast der Stadt besteht fort. Die nächste Aufgabe des Rates wird sein, die Aufrechterhaltung der Dienstleistungen mit der Notwendigkeit von Ausgabenkürzungen in Einklang zu bringen.






