10-MW-Elektrolyseanlage in Jülich: Milliardengrab oder grüne Zukunftsvision?

Lea Hartmann
Lea Hartmann
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Ein stylischer, moderner Wasserstoff-Brennstoffzellen-Elektrofahrzeug mit glänzendem schwarzen Finish, beschriftet mit seinen verschiedenen Teilen, vor einem hellgelben Hintergrund.Lea Hartmann

10-MW-Elektrolyseanlage in Jülich: Milliardengrab oder grüne Zukunftsvision?

Kreis Düren treibt 10-MW-Elektrolyseanlage in Jülich voran – trotz wirtschaftlicher Bedenken

Trotz wachsender Zweifel an der Wirtschaftlichkeit baut der Kreis Düren im Brainergy Park in Jülich eine Elektrolyseanlage mit einer Leistung von 10 Megawatt aus. Das 35-Millionen-Euro-Projekt, das mit 14,7 Millionen Euro vom Bund gefördert wird, soll grünen Wasserstoff für den lokalen Nahverkehr produzieren. Doch bleibt unklar, ob die Nachfrage die Investition rechtfertigt.

Die Bauarbeiten laufen bereits, und die Anlage soll bis zu 180 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde erzeugen – bei durchgehendem Betrieb wären das etwa 1.577 Tonnen jährlich. Aktuell setzt Düren rund 20 Wasserstoffbusse ein, die zusammen etwa 72 Tonnen Wasserstoff pro Jahr verbrauchen. Bei dieser Auslastung würde die Anlage nur zu 4,6 bis 7,2 Prozent ihrer Kapazität genutzt – weit unter ihrem Potenzial.

Die Bundesförderung für das Projekt bleibt stabil: Zwischen 2024 und 2026 sind jährlich rund 38 bis 42 Millionen Euro vorgesehen – deutlich weniger als für größere Vorhaben wie HH2 Neustadt oder H2Mare, die 2024 bis zu 120 Millionen Euro erhielten. Allein die Kapitalkosten für den Düren-Wasserstoff belaufen sich auf etwa 69 Euro pro Kilogramm, hinzu kommen 9,75 Euro für Strom. Mit Wartung könnten die Gesamtkosten auf 105 bis 140 Euro pro Kilogramm steigen.

Der Betrieb der Wasserstoffbusse in Düren würde damit 6,30 bis 8,40 Euro pro Kilometer kosten – im Vergleich zu 0,87 Euro für Dieselbusse und nur 0,25 bis 0,27 Euro für batterieelektrische Alternativen. Die Produktion von grünem Wasserstoff verursacht hier zudem je nach Strommix zwischen 43,9 und 86 Tonnen CO₂-Äquivalent pro Bus und Jahr. Zwar weniger als Diesel (79,5 Tonnen), aber immer noch mehr als bei E-Bussen (34,2 Tonnen).

Der Bundesrechnungshof hat eine Überprüfung der deutschen Wasserstoffstrategie angemahnt und vor wirtschaftlichen Risiken gewarnt. Da Düren bereits stark in die Infrastruktur investiert hat, wäre ein Rückbau selbst bei ausbleibender Nachfrage schwierig. Ähnliche Projekte, wie das in Aberdeen, kämpften bereits mit geringer Auslastung und finanziellen Problemen.

Die Zukunft der Anlage hängt davon ab, ob die Wasserstoffnachfrage in der Region deutlich steigt. Andernfalls droht sie zu einer teuren, kaum genutzten Fehlinvestition zu werden. Für Verkehrsbetriebe bleiben batterieelektrische Busse vorerst die günstigere und klimafreundlichere Option.

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